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Testbericht "DJI Osmo Mobile 3"

Günstiges, kompaktes und leistungsstarkes Smartphone-Gimbal

Endlich ein Gimbal mit der Möglichkeit, ein externes Mikrofon für das Smartphone anzuschließen - und endlich ein Gimbal mit leistungsstarken Motoren: Die dritte Generation des Osmo Mobile ist eine sinnvolle Weiterentwicklung und ein fast perfekter Begleiter für unterwegs. 

Nach ein paar Wochen Praxiseinsatz  fasse ich meinen Eindruck in einem kurzen Testbericht zusammen.

 

Falt- drehbar und programmierbar

Die offensichtlichste Weiterentwicklung gegenüber den Vorgängermodellen ist, dass das DJI Osmo Mobile 3 jetzt zusammenklappbar ist und so platzsparend transportiert werden kann. Mitgeliefert wird eine kleine Aufbewahrungstasche, eine Handschlaufe und ein USB-C-Ladekabel. Der Akku ist nicht austauschbar, soll laut Hersteller aber bis zu 15 Stunden durchhalten.

 

Wenn man für 20 Euro mehr (also 129 Euro insgesamt) direkt das Combo-Paket kauft, wird ein kleines robustes Transportetui und ein Tischstativ mitgeliefert, das man gleichzeitig als verlängerten Stativgriff nutzen kann.

 

Mit einem Klick kann man schnell zwischen horizontalem und vertikalem Bildformat wechseln. So kann man Videos sowohl im Quer- als auch im Hochformat aufnehmen.

 

 

Die Zusatzfunktionen Motion Timeplapse und Story-Modus, die in der DJI App "Mimo" zur Verfügung stehen, sind intuitiv und einfach zu bedienen. Mit der Funktion "Motion Timelapse" kann das Gimbal eine vorher vom Nutzer definierte Route in einer individuell definierten Zeit abfahren und als Ergebnis ein bewegtes Zeitraffer-Video erzeugt.

 

Der Story-Modus liefert mit vorgegebenen Bewegungsvorlagen und dazugehöriger Musik schnell beeindrucke und dynamische Ergebnisse für Social Media. Hier muss man vorher nicht individuell Bewegungen programmieren, sondern einfach eine Vorlage auswählen. Leider ist bei Export der fertige Videos durch die Vorlagen aber immer ein störendes DJI Wasserzeichen im Bild.

 

Sehr praktisch ist auch die Tracking-Funktion in der "Mimo"-App. So kann man beispielsweise im Selfie-Modus das Gimbal auf ein Gesicht tracken, indem man eine entsprechende Markierung setzt. Die App erkennt dann das Gesicht und verfolgt es automatisch bei allen Bewegungen. Das ist praktisch für dynamische Statement- und Moderationspassagen und funktioniert bei durchschnittlich schnellen Bewegungen sehr gut.

 

Externes Mikrofon anschließbar

Mit entsprechenden Adaptern kann man jetzt auch bei aktiver Stabilisierung ein externes Mikrofon an das Smartphone anschließen und so direkt das Audiosignal mit aufzeichnen. Mich hat die Kombination mit der Funkstrecke Rode Wireless Go überzeugt oder mit dem Rode VideoMicro. Hier muss man allerdings darauf achten, dass das TRRS-Kabel nicht zu sehr am Smartphone ,zerrt', weil das Bild sonst nicht gerade aufgenommen wird und eine Stabilisierung verhindert wird. 

 

Insgesamt ist die Steuerung mit Handbewegungen oder mit dem Joystick horizontal oder vertikal möglich. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit kann man recht kontrolliert Kamerabewegungen durchführen. In der DJI App "Mimo" kann man diese Steuerung aber auch noch anpassen und zwischen den Folgemodi "Folgt mit Schwenken", "Neigeachse sperren" oder "FPV" wählen. 

 

Die 3-Achsen-Motoren sind jetzt stärker als bei den ersten beiden DJI Osmo Generationen und können das zusätzliche Gewicht von Aufstecklinsen wie beispielsweise die von dem Hersteller "moment" ausgleichen.

Die Stabilisierung funktioniert größtenteils zuverlässig, kommt aber bei zu schnellen Bewegungen und zu viel Gewicht an ihre Grenzen.

 

Preis

ca. 109 Euro oder 129 (mit Tischstativ)

 

Bewertung

Für einen recht günstigen Preis bekommt man mit dem DJI Osmo Mobile 3 ein praktisches Gimbal, das in den Grundfunktionen Bewegungen gut ausgleicht und schnell reagiert. Kamerafahren lassen sich hiermit sehr gut umsetzen. Wenn man gleichzeitig mit Mikrofon und Aufstecklinse arbeiten will, dauert die Kalibrierung ein bisschen länger und teilweise klappt es bei zu viel Gewicht dann auch gar nicht. Dass aber grundsätzlich Platz für einen Mikrofonanschluss ist, macht dieses Gimbal schon zu einem wichtigen Werkzeug in der mobilen Smartphone-Videoproduktion.


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Kommentare: 11
  • #1

    John E. Caruso (Mittwoch, 11 März 2020 15:19)

    Guten Tag, was ist das für ein Mikrofon-Adapter für den Gimball? Eine kurze Antwort würde mir sehr helfen. Besten Dank!

  • #2

    Jens Jacob (Mittwoch, 11 März 2020 15:37)

    Hallo Herr Caruso, um das Mikrofon am Gimbal zu befestigen, habe ich eine Kugelkopf-Klemme mit cold shoe base benutzt. In meinem Fall war diese von dem Hersteller "SMALLRIG".
    Beste Grüße und viel Erfolg,
    Jens Jacob

  • #3

    John E. Caruso (Donnerstag, 12 März 2020 07:05)

    Vielen Dank für die schnelle Antwort! Sie haben mir geholfen!

  • #4

    Robert-Peter Westphal (Mittwoch, 15 April 2020 11:37)

    Hallo,
    vielen Dank für de interessanten Beitrag !
    Kann man das Mikro auch an dem ersten Arm des Gimbal anbringen oder würde das die Funktion zu sehr behindern ?

    Vielen Dnak Robert

  • #5

    Jens Jacob (Mittwoch, 15 April 2020 12:25)

    Hallo Robert,
    danke für deine Nachricht. Theoretisch kann man das Mikro durch eine Klemme auch am ersten Arm des Gimbals befestigen. Ich habe das gerade einmal getestet. In der Praxis kippt der Gimbal aber dadurch leicht nach vorne und ist deshalb nicht mehr so stabil. Für eine vollständige Stabilisierung würde ich deshalb davon abraten.
    Beste Grüße
    Jens

  • #6

    Robert-Peter Westphal (Mittwoch, 15 April 2020 13:05)

    Hallo Jens,

    vielen Dank für die Mühe !

    Ich werde mal schauen, was ich da mache. Ich habe mir schon überlegt, den Cold-Shoe, in den das Mikro reinkommt, per KLett- oder doppelseitigem Klebeband ziemlich unten an dem ersten Arm zu befestigen.
    Viele Grüße Robert

  • #7

    Christian (Donnerstag, 23 April 2020 10:11)

    Lieber Jens,

    ich habe vor einem Jahr einen Smartphone-Videoproduktionskurs bei Dir gemacht. Das war sehr toll, doch komme ich erst jetzt dazu, mein Equipment aufzurüsten. Der DJI Osmo Mobile 3 ist so gut wie gekauft, aber ich kann mich beim Mikro nicht entscheiden. Was genau ist der Vorteil des Rode Video Micro gegenüber der Smartphone-Variante Me - also warum und wann könnte es sinnvoll sein, dass das Mic nicht direkt am Smartphone klemmt? Oder die Wireless Variante - hat die gar keinen Nachteil in Qualität und Zuverlässigkeit? Vielen Dank für einen kurzen Tipp und lg, Christian

  • #8

    Jens Jacob (Freitag, 24 April 2020 10:24)

    Hallo Christian,
    danke für deine Nachricht und schön, von dir zu hören!
    Die beste Tonqualität bekommst du, wenn du mit einem Lavalier-Mikrofon arbeitest, das an der Kleidung des Sprechenden befestigt wird. Dieses Lavalier-Mikrofon kannst du dann mit dem Sender der Funkstrecke (z.B. Rode Wireless Go) verbinden. Den Empfänger der Funkstrecke kannst du dann am Smartphone anschließen und durch eine Klemme oder einen Zubehörarm am Gimbal befestigen. Ich habe bisher keine Störungen bei der Funkstrecke festgestellt und bin damit sehr zufrieden. Ich würde dir diese Lösung empfehlen.
    Beste Grüße
    Jens

  • #9

    Christian (Freitag, 24 April 2020 12:28)

    Lieber Jens,

    vielen Dank für die Antwort. Das ist für Interviews dann wohl das beste Setting. Und für welche Aufgaben / Situationen nutzt Du dann das Rhode Video Mic bzw. das ME?
    lg,
    christian

  • #10

    Jens Jacob (Freitag, 24 April 2020 13:29)

    Hallo Christian,
    das Rode VideoMicro nutze ich fast ausschließlich für Atmo-Aufnahmen, also für Umgebungsgeräusche oder wenn es mehrere Protagonisten gibt und ich diese nicht alle einzeln verkabeln kann. Mit dem Rode VideoMicro muss man wirklich nah dran gehen an den Sprechenden, um einen guten Ton zu bekommen.
    Beste Grüße
    Jens

  • #11

    Christian (Freitag, 24 April 2020 13:31)

    vielen Dank für die guten Infos und liebe Grüße,
    Christian

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